Säuling

Der Klettersteig ist schwerer als gedacht

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Was für eine Aussicht. Unten sieht man Neuschwanstein. Wer kann die Marienbrücke finden?

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Video zur Bergtour über Pflach

Video zur Bergtour über Neuschwanstein

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Die Gemeinde Schwangau hatte kurzfristig eine Baustelle als

Touristensperre bei den Königsschlössern eingerichtet, also musste eine der

Fahrgemeinschaften auf dem Weg nach Österreich den Umweg über Füssen und die

Straße Richtung Reutte in Kauf nehmen. Die anderen Wanderer mussten sich noch

etwas in Geduld üben.

Die anfängliche Kälte des beginnenden Herbstes war schnell

als angenehme Kühlung empfunden, denn der Weg führt beständig steil bergauf

über Wurzeln, Steine und unter dem ein oder anderen umgestürzten Baum hindurch.

Man hätte natürlich auch den Fahrweg nehmen können, aber das ist ja langweilig.

Nach schweißtreibenden 2 Stunden war das Zwischenziel der Tour erreicht: das

Säulinghaus auf 1693m. Die Aussicht von dort war schon beeindruckend, aber das

sollte es noch nicht gewesen sein. Vor uns tat sich eine scheinbar

unüberwindbare Wand auf, an sich bei genauem Hinsehen tatsächlich Bewegung

ausmachen lies: es sind wirklich Menschen verrückt genug, da hoch zu klettern.

Inzwischen war die Sonne um den Berg herum gekommen und heizte die Wand

ordentlich auf. Als hätten wir nicht schon genug geschwitzt. Aber wir

wollten natürlich ganz nach oben. Der Pfad führte uns an der Wand entlang über

Absätze, die durch jahrelange Behandlung durch Wanderschuhsohlen und

Turnschuhtouristen schon ordentlich glatt geschliffen waren und ihrer

Aufgabe, dem Kletterer Halt zu geben, nicht immer so recht nachkommen wollten.

Zum Glück konnte man sich an Ketten und Seilen festhalten. Erschwerend kam

hinzu, dass gelegentlich noch der Gegenverkehr durchgelassen werden wollte.

Nach dieser kraftraubenden Etappe sollte das Gröbste eigentlich hinter uns liegen.

Ein Blick nach rechts überzeugte uns vom Gegenteil. Vom eigentlichen Gipfel auf

2048m trennte uns immer noch eine beachtliche Anzahl so genannter Höhenmeter.

Der Weg bis dort war zwar nicht mehr so steil, aber durch

lose Steine und Schneereste genau so anstrengend. Dafür sollte die Aussicht vom

Gipfelkreuz doch entschädigende Wirkung auf uns haben. Doch was war das? Das

Kreuz war erreicht, aber ganz oben waren wir immer noch nicht. Wer stellt denn

das Kreuz an der falschen Stelle auf? Das schien aber nur eine Splittergruppe,

bestehend aus vier GSlers zu stören, die sich kurzerhand auch noch die letzten

Felsen hoch quälten. Und tatsächlich gab es auch (jetzt endlich) ganz oben ein

Gipfelkreuz, wenn auch deutlich kleiner, dafür inklusive Aussicht und tibetanischen

Gebetsfähnchen.

Nach dem Genießen der Aussicht und, soweit die

Überlieferung, eines Gipfelbierchens, konnte der Abstieg beginnen. Eine kleine

Zahl der Gruppenmitglieder war dort geblieben, wohl um die geregelte Ausgabe

alkoholischer Getränke an die Tagestouristen zu überwachen.

Um der zunehmenden Erschöpfung der Oberschenkel Rechnung zu

tragen, nahmen wir auf dem Rückweg zum Parkplatz den Fahrweg.

Zusammenfassung: Wald, Steine, Wurzeln, Steine, Sonne,

perfektes Wetter, Aussicht.

 

Mathias Riffelmann

Panoramen Karten Webcams

Gipfelblick 360°-view

Details

Schwierigkeit: mittelschwere Bergour

Gehzeit: 5:15 Std

Distanz: 11 km

Höhenunterschied: 1050 Hm

Höchster Punkt 2048 m

Tiefster Punkt 900 m

Einkehr: Säulinghaus, 

Ausgangspunkt: Pflach (Österreich)

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