Einleitung:
Die Kreuzspitze ist eine anspruchsvolle Bergtour in den Ammergauer Alpen und zählt zu den ernsteren Klassikern der Region.
Die Tour bietet langen Zustieg durchs Grießkar, Grat- und Felsgelände und einen deutlich
fordernderen Abstieg als Aufstieg.
Hier findest du die wichtigsten Infos zu Route, Schwierigkeit, Tourencharakter und meinen Eindrücken. Die Kreuzspitze wird in offiziellen Touren als 2185
m hoch und als höchster Berg im bayerischen Teil der Ammergauer Alpen beschrieben.
Das Wichtigste auf einen Blick
Berg: Kreuzspitze
Höhe: 2185 m
Region: Ammergauer Alpen / Ammertal
Ausgangspunkt: Parkplatz bei den Sieben Quellen / Ammerwaldstraße / Ammersattel
Dauer: ca. 5:30 bis 6:00 h
Höhenmeter: ca. 1094 Hm
Strecke: ca. 12,0 bis 12,6 km
Schwierigkeit: schwer / anspruchsvoll
Voraussetzungen: Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, gute Kondition, Reserve für den felsigen Abstieg
Warum sich die Tour lohnt:
Die Kreuzspitze lohnt sich vor allem wegen ihres alpinen Gesamtcharakters.
Die Tour verbindet langen Karanstieg, Gratannäherung und felsigen Gipfel- und Abstiegsbereich in einer fordernden, aber sehr lohnenden Runde.
Gerade der Kontrast zwischen dem noch moderaten Zustieg und dem deutlich ernsteren oberen Teil macht den Berg zu einem Ziel, das im Gedächtnis bleibt.
Für wen ist die Tour geeignet?
Die Tour eignet sich für geübte Wanderer und ambitionierte Berggeher.
Der Hauptweg ist im unteren und mittleren Teil noch gut kontrollierbar, der obere Abschnitt verlangt jedoch Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und
Reserven für den Abstieg.
Geeignet für: trittsichere Berggeher mit guter Kondition und sauberem Zeitmanagement
Eher nicht geeignet für: völlige Einsteiger, Unsicherheit im Fels, Höhenangst und nachlassende Konzentration im Abstiegsbereich
Die Route:
Vom Parkplatz bei den Sieben Quellen folgt man zunächst dem Weg Richtung Hochgrieskar. Der untere Abschnitt führt durch Wald und später zunehmend steiler ins Kar. Oberhalb des Kars wird das Gelände alpiner. Über den Schwarzenkopf bzw. den oberen Gratbereich nähert man sich dem felsigen Gipfelaufbau der Kreuzspitze. Der Schlussanstieg erfordert Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Konzentration. Der Abstieg erfolgt je nach Variante über denselben Weg oder über den anspruchsvolleren Grat-/Abstiegsbereich, wobei besonders Schutt, Felsstufen und nachlassende Konzentration kritisch sind.
Varianten:
Normalweg:
Die klassische Linie ab Sieben Quellen über Hochgrieskar zur Kreuzspitze. Das ist die sinnvollste Standardroute.
Variante – Abzweig vor dem Gipfel:
Kurz vor dem Gipfel besteht je nach Routenwahl eine mögliche Fortsetzung bzw. Abzweigung in Richtung Kuchelbergkopf/Kreuzspitzl. Diese Variante sollte nur bei sicherer Orientierung, stabilem
Wetter und ausreichender alpiner Erfahrung gewählt werden.
Variante – Abstiegsfortsetzung Richtung Hufeldalgrat:
Der technisch ernstere Teil liegt im Grat- und Abstiegsverlauf Richtung Hufeldalgrat. Dort steigt das Risiko durch steiles Stufengelände, Schutt
und teils gesicherte Passagen deutlich an. Diese Linie ist keine lockere Zusatzvariante, sondern die forderndere Fortsetzung der Tour.
Schwierigkeit ehrlich eingeordnet
Die Kreuzspitze ist keine harmlose Bergwanderung, aber auch keine hochalpine Extremtour.
Die eigentliche Schwierigkeit liegt nicht im unteren Zustieg, sondern im felsigen Grat- und
Abstiegsbereich, besonders wenn die Konzentration nachlässt.
Wer mit schmalem Schuttgrat, felsigen Stufen und längeren Abstiegen im blockigen Gelände nichts anfangen kann, wird die Tour eher als unangenehm empfinden.
Wer Trittsicherheit, Kondition und Reserven für den Rückweg mitbringt, bekommt eine sehr lohnende Bergtour. Offizielle Beschreibungen betonen Trittsicherheit auf ausgesetztem Steig mit
Felskontakt und gute Kondition.
Parken und Logistik
Der übliche Ausgangspunkt liegt am Parkplatz bei den Sieben Quellen an der Ammerwaldstraße / am Ammersattel. Die Parkplätze sind begrenzt - frühzeitig starten.
Wetter
Die Tour sollte nur bei stabilem Wetter begangen werden. Nässe, Altschnee, Nebel oder Gewitterneigung erhöhen das Risiko im felsigen Gipfel- und Abstiegsbereich deutlich. Besonders der obere Abschnitt ist bei schlechter Sicht oder rutschigem Untergrund nicht zu unterschätzen.
Einkehr
Unterwegs gibt es keine Einkehrmöglichkeit. Ausreichend Wasser und Verpflegung sollten mitgenommen werden, da die Tour lang, sonnig und im oberen Bereich konditionell fordernd sein kann.
Routenübersicht
Mein Eindruck:
Die Kreuzspitze ist einer dieser Berge, bei denen der Zustieg fast nur das Vorprogramm ist. Besonders stark ist der Kontrast zwischen dem noch vergleichsweise moderaten Anstieg durchs Kar und dem deutlich konzentrierteren Fels- und Abstiegsbereich. Wer Touren mag, bei denen der Gipfel nicht das Ende der Aufmerksamkeit markiert, sondern der Abstieg mitgedacht werden muss, wird hier nicht enttäuscht.
Lohnt sich für dich, wenn …
- du eine ernsthafte Ammergauer Bergtour mit Fels- und Gratanteil suchst
- du Trittsicherheit und Reserven für einen anspruchsvolleren Abstieg mitbringst
- du lieber eine alpine Klassikerlinie gehst als einen bloßen Aussichtsgipfel
Fazit
Die Kreuzspitze ist eine anspruchsvolle und sehr lohnende Bergtour.
Die Tour bietet langen Zustieg, felsigen Gipfelbereich und ernstzunehmenden Abstieg.
Gerade der Umstand, dass die Hauptlast nicht nur im Aufstieg, sondern vor allem im späteren Grat- und Abstiegsbereich liegt, macht sie zu einer lohnenden Unternehmung in den Ammergauer Alpen.





