Die Notkarspitze ist eine anspruchsvolle Bergtour in den Ammergauer Alpen mit mehreren sinnvollen Aufstiegs- und Abstiegsvarianten. Die Tour bietet steile Waldanstiege, aussichtsreiche Rückenpassagen und mit dem Ziegelspitz ein starkes Zwischenziel. Hier findest du die wichtigsten Infos zu Route, Schwierigkeit, Tourencharakter und meinen Eindrücken.
Das Wichtigste auf einen Blick
Berg: Notkarspitze
Höhe: 1889 m
Region: Ammergauer Alpen
Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Ettaler Sattel / alternativ Ettaler Mühle
Dauer: ca. 5:20 bis 7:00 h je nach Variante
Höhenmeter: ca. 1085 bis 1300 Hm je nach Variante
Strecke: ca. 11,2 bis 14,1 km je nach Variante
Schwierigkeit: mittel bis anspruchsvoll
Voraussetzungen: Trittsicherheit, gute Kondition, saubere Routenwahl; für die steileren Varianten zusätzliche Reserven
Warum sich die Tour lohnt
Die Notkarspitze lohnt sich vor allem wegen ihrer Variantenvielfalt. Die Tour verbindet klassischen Standardanstieg, aussichtsreiche Rückenpassagen und mit dem Ziegelspitz ein eigenständiges Zwischenziel. Gerade diese modulare Struktur macht den Berg stärker als eine eindimensionale Standardwanderung.
Für wen ist die Tour geeignet?
Die Tour eignet sich für trittsichere Wanderer und geübte Berggeher mit guter Kondition. Der Hauptweg ist klar nachvollziehbar, verlangt aber durch Länge, Steilheit und Variantenwahl mehr als
eine einfache Genusswanderung.
Geeignet für: trittsichere Wanderer mit guter Kondition, Berggeher mit Lust auf Variantenwahl
Eher nicht geeignet für: völlige Einsteiger, Unsicherheit in steilem Gelände, unüberlegte Begehung bei Hochwasser im Bereich
Gießenbach
Der Abstieg über den Gießenbach ist bei Schneeschmelze oder nach starken Regenfällen problematisch bis unpassierbar.
Die Route
Vom Wanderparkplatz am Ettaler Sattel führt der Anstieg zunächst durch den Wald hinauf in Richtung Ochsensitz. Danach öffnet sich das Gelände zunehmend und der Weg folgt dem aussichtsreichen Rücken weiter zum Ziegelspitz. Ab dort wird die Tour alpiner und länger. Über den Verbindungskamm geht es mit mehreren Auf- und Abstiegen weiter zur Notkarspitze. Der Schlussanstieg ist steiler und verlangt Kondition sowie Trittsicherheit. Der Rückweg erfolgt je nach Variante entweder über denselben Weg oder als Rundtour mit steilerem Abstieg Richtung Ettaler Mühle/Gießenbach.
Varianten
Normalweg:
Die klassische Linie ab Ettaler Sattel über Ochsensitz und Ziegelspitz zur Notkarspitze. Das ist die sauberste Standardroute.
Variante A – Leiternweg mit Aluminiumleitern:
Ebenfalls ab Ettaler Sattel, aber über einen versteckteren und deutlich anspruchsvolleren Pfad. Der Weg ist schmal, steil und führt immer wieder
über kleinere Felspassagen mit Drahtseilen. Zwei kürzere Wegabschnitte sind im Wald mit Aluminiumleitern entschärft. Diese Variante ist klar
interessanter als der Normalweg, aber nur sinnvoll, wenn du dich in steilem und teilweise ausgesetztem Gelände wohlfühlst.
Variante B – Westflanke ab Ettaler Mühle:
Start an der Ettaler Mühle. In Serpentinen, teils über felsige Passagen und über die Westschulter zum Gipfel. Diese Route ist konditionell lang
und mittelschwer; teils mit Drahtseilversicherungen. Der Abstieg Richtung Ettaler Mühle/Gießenbach ist deutlich ernster als der Normalanstieg. Bei Nässe, Schneeschmelze oder hohem
Wasserstand sollte diese Variante kritisch geprüft oder gemieden werden. Wer unsicher ist, steigt besser über den Aufstiegsweg zurück.
Modulares Ziel – Ziegelspitz:
Der Ziegelspitz ist mehr als nur ein Wegpunkt. Er kann als eigenständiges Ziel funktionieren und reduziert Aufwand und Risiko gegenüber einer
kompletten Überschreitung.
Schwierigkeit ehrlich eingeordnet
Die Notkarspitze ist keine harmlose Spazierwanderung, aber auch keine hochalpine Extremtour. Die eigentliche Schwierigkeit liegt in Länge, Steilheit, Variantenwahl und dem potenziell problematischen Abstieg. Wer mit steilen, teilweise ausgesetzten oder längeren Abschnitten nichts anfangen kann, wird an den anspruchsvolleren Varianten wenig Freude haben. Wer Trittsicherheit, Kondition und eine saubere Routenentscheidung mitbringt, bekommt eine sehr lohnende Bergtour.
Parken und Logistik
Der übliche Ausgangspunkt liegt am Wanderparkplatz Ettaler Sattel. Der Parkplatz liegt direkt an der B23 zwischen Ettal und Oberau, ist kostenpflichtig und hat keine Winterräumung. Für die Westflanken-Variante kann die Ettaler Mühle sinnvoller sein.
Einkehr
Eine Einkehr ist je nach gewählter Runde an der Ettaler Mühle möglich. Auf der eigentlichen Bergtour gibt es keine Hütte am Weg. Deshalb ausreichend Wasser und Verpflegung mitnehmen.
Wetter und Webcam
Für die Tourenplanung ist die Panomax-Webcam am Laber sinnvoll, da sie direkt auf die Notkarspitze blickt. So bekommst du einen realistischen Eindruck von Sicht, Bewölkung und den aktuellen Verhältnissen im Bereich des Gipfels. Gerade bei wechselhaftem Wetter und unsicherer Lage ist das deutlich hilfreicher als nur die reine Wettervorhersage.
Routenübersicht
Mein Eindruck
Die Notkarspitze ist einer dieser Berge, die erst dann wirklich stark werden, wenn man sie nicht nur als Gipfel, sondern als Tourensystem versteht. Besonders stark ist die Kombination aus Standardroute, steileren Alternativen und dem Ziegelspitz als eigenständigem Zwischenziel. Wer Varianten mag und nicht nur stumpf den einfachsten Weg hoch und runter laufen will, bekommt hier deutlich mehr als eine Standardtour.
Lohnt sich für dich, wenn …
- du eine Bergtour mit echter Variantenwahl suchst
- du den Ziegelspitz auch als eigenständiges Ziel sinnvoll nutzen willst
- du mit Steilheit, Routenentscheidung und etwas ernsterem Tourencharakter umgehen kannst
Fazit
Die Notkarspitze ist eine vielseitige und ernstzunehmende Bergtour. Die Tour bietet Standardroute, anspruchsvollere Alternativen und mit dem Ziegelspitz eine starke modulare Option. Gerade diese Flexibilität macht sie zu einer lohnenden Unternehmung in den Ammergauer Alpen.









